Proxmox 5 – Upgradeanleitung und erste Eindrücke

Nach langem mal wieder ein Artikel von mir. Heute zum neuen Proxmox Release auch wenn der Releasetag bereits der 4.7. war.

Wir haben uns absichtlich sehr lange Zeit gelassen und ausführlich getestet. Der letzte Versionssprung war ja nicht ganz ohne und brachte einige Probleme und Performanceeinbußen. Das wollten wir dieses mal bei einem Upgrade durchaus vermeiden. Aber nun zu unseren Ergebnissen und später zu einer Upgrade Doku / Anleitung.

Neuerungen in Proxmox 5

Auf den ersten Blick gibt es tatsächlich wenig neues in der Version 5. Das Proxmox Team hat hier anscheinend wirklich dazu gelernt. Die Version 5 wurde in erster Linie auf Debian Stretch “portiert” und natürlich einiges an Optimierungen und Aktualisierungen vorgenommen.

Die Version 5 kommt nun mit einem Linux 4.10 Kernel daher. Die größten Neuerungen sind aber die neuen CEPH Funktionen, wobei “neu” das falsche Wort ist, sie wurden erweitert und in der GUI zugänglich gemacht. Weiterhin gibt es einen neuen Replikationsstack, der asynchron die Daten zwischen zwei oder mehr Knoten repliziert und damit die Daten auf unterschiedlichen Servern vorhält. Die Vorteile liegen hier klar auf der Hand, Minimierung der Fehlertoleranz und die Zugänglichkeit der Daten werden deutlich erhöht. Diese Neuerungen richten sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen.

Eine wirklich brauchbare Implementierung

Eine wirklich sehr gute Implementierung ist das Kommandozeilen Tool “qm importdisk”. Die wohl beste Neuerung seit LXC Einführung. Das Tool vereinfacht so deutlich der Import von anderen Hypervisoren wie VMware oder Hyper-V. 

Das nervige und aufwendige konvertieren fällt damit endlich weg und vereinfacht damit deutlich die VM Verwaltung. Natürlich ergibt sich auch der Vorteil, dass man nun auf deutlich mehr vorgefertigte Images zurückgreifen kann und damit arbeit und Zeit sparen kann.

Weiterhin gibt es Neuerungen und Aktualisierung in der noVNC Konsole, Live Migration mit lokalem Storage Support und neue Bulk Optionen.

In der Web GUI sind uns so aber kaum weitere Änderungen aufgefallen. Man muss schon genau hinsehen und den Changelog lesen 🙂

Mehr Infos zur neuen Version gibt es hier und weitere Proxmox Artikel findet Ihr hier

Ein kleines Einführungsvideo gibts auch auf YouTube im Proxmox Channel

 

 

Upgrade von Proxmox Version 4 auf Version 5

Vorbereitungen

Der wichtigste Schritt ist natürlich das Backup von allen Containern und VM’s. Anschließend ist es zwingend erforderlich Proxmox auf die neueste 4.X Version upzugraden. Der gesamte Prozess kann etwas dauern und ist stark abhängig von der Hardware des Systems. In meinem Fall dauerten die Testsysteme zwischen 30 Minuten und 2 Stunden. Eine Downtime ist unumgänglich.

Das update auf die neueste 4.x Version geschieht einfach mittels einem 

apt-get update && apt-get dist-upgrade

Anschließend muss jeder Container und jede VM heruntergefahren werden und in allen Repolisten unter /etc/apt/ das “jessie” gegen “stretch” getauscht werden.

Bspw.

 deb http://http.debian.net/debian jessie main contrib non-free
deb http://download.proxmox.com/debian jessie pve-no-subscription

kurzum

 deb http://http.debian.net/debian stretch main contrib non-free
deb http://download.proxmox.com/debian stretch pve-no-subscription

Ihr könnt das nun für jede Datei manuell tun oder aber so:

sed -i 's/jessie/stretch/g' /etc/apt/sources.list

Ihr müsst dies wiederum für jede Datei 

Wie unschwer zu erkennen ist wird hier nicht nur Proxmox auf die neue Version 5 upgegradet sondern das gesamte Debian System auf Stretch aktualisiert.

Ceph Besonderheiten

Wenn Ihr bereits CEPH einsetzt muss natürlich auch dieses Repo umgestellt werden

echo "deb http://download.proxmox.com/debian/ceph-luminous stretch main" > /etc/apt/sources.list.d/ceph.list

Sollten in euren Listen irgendwelche Backport Repos hinterlegt sein müssen diese unbedingt entfernt werden.

 

Das eigentliche Proxmox upgrade

Nunmehr noch 2 Schritte bis zum vollendeten Upgrade.

Erstens

apt-get update

Zweitens

apt-get dist-upgrade

 

In einem meiner Testsysteme meckerte das System wegen fehlender Abhängigkeiten. Dieses Problem lässt sich sehr leicht mit 

apt-get -fy install

Anschließend können die Container und VM’s wieder gestartet werden.

Abschließend lässt sich nur sagen dass dieses Upgrade das einfachste und mit am wenigsten Problemen verbundenen upgrades von Proxmox war, welches ich je durchgeführt habe. Wir konnten bislang auch weder Performanceeinbußen noch sonstige Nachteile feststellen.

In diesem Sinne happy upgrading

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